C.S.I. 3.20: Wer zuletzt lacht

Originaltitel: Last Laugh

Inhalt

Im „Comedy Hole“, einem Comedy-Club, stirbt einer der Komiker während seines Auftritts auf der Bühne. Seine Art des Humors war sehr brachial, doch er war der Star. Jeder seiner Kollegen hatte das selbe Motiv: Ihn zu töten, um seinen Platz einnehmen zu können. Die Laborergebnisse zeigen, dass er die zwölffache Dosis des Migränemittels Naratriptan im Blut hat – die Todesursache. Kaum dass die Ermittler herausgefunden haben, dass sich das Gift in einer Wasserflasche befunden hat, gibt es einen zweiten Toten: Ein Junge in einem Supermarkt, auf die gleiche Weise vergiftet. Treibt hier ein Unternehmenserpresser sein Unwesen? Und wieviele vergiftete Flaschen sind noch im Umlauf?
Während der Ermittlungen kommt Jim Brass zu Nick Stokes und erzählt von einem häuslichen Unfall, den er vor vier Wochen bearbeitet hat. Ihm kommt die Geschichte merkwürdig vor, da der am Todestag in Trauer versunkene Ehemann plötzlich einen Ferrari fährt und eine junge Freundin hat. Tatsächlich hat er noch am Todestag die Summe der Lebensversicherung seiner Frau angefordert – 750.000 Dollar. Nick und Sarah stellen fest, dass der Unfall sich nicht so abgespielt haben kann, wie zuerst gedacht: die Frau soll in der Badewanne ausgerutscht und mit dem Kopf auf der Wanne aufgeschlagen sein. Dabei hat sie sich scheinbar an einem Handtuchhalter festgehalten und diesen aus der Wand gerissen. Doch genau das geht nicht – der Halter sitzt bombenfest. Die Leiche der Frau muss exhumiert werden…

Zitat

„Kennt Ihr den Witz von dem Komiker, der auf der Bühne gestorben ist? Es ist keiner.“
Jim Brass

Medien

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Hinter der Geschichte

Beim Betreten des Comedy-Clubs machen die Ermittler verschiedene Witze, was sie sich gegenseitig mit einem „Blablabla“ quittieren. Im Original sagen sie an dieser Stelle „Ba Dum Dum“ (gesprochen „ba dam dam“). Das ist eine lautmalerische Anspielung auf den kurzen Trommelwirbel, der in alten Comedyprogrammen verwendet wurde, um anzuzeigen, dass gerade eine Pointe gebracht wurde. Heute sagt man auch „Ba Dum Tss!“ Die deutsche Synchro überträgt das mit „Blablabla“ nicht unbedingt.

A propros „Synchro“: Auch bei der Todesursache schlampt die Synchro. In der deutschen Fassung ist der Komiker an einer „Myocarditis“ gestorben, was unmöglich ist. Myocarditis eine Entzündung des Herzmuskels, die zwar tatsächlich zum Tod führen kann, aber nicht spontan, sondern sie entwickelt sich langsam. Im Original sagt Doktor Robbins auch „cardial necrosis“, also Zerstörung von Herzgewebe, wie etwa bei einem Herzinfarkt. Da die Todesursache falsch übersetzt wurde, passt auch der zweite Teil von Robbins Satz im Deutschen nicht: „[Myocarditis], wie man es bei einem Herzinfarkt erwarten würde.“ Myocarditis entsteht nicht als Folge eines Herzinfarkts, sondern durch eine bakterielle Infektion im Körper (zum Beispiel der Rachenmandeln), die nicht oder nur unzureichend behandelt wird. Die Bakterien fangen dann an, im Körper zu „streuen“, manchmal wandern sie auch Nervenstränge entlang und landen so beim Herz, das sie infizieren.

Als Catherine und Grissom die Sachen durchsuchen, die der tote Komiker zu sich genommen hat, findet Catherine Schokolinsen und fragt: „Schon wieder Tod durch Schokolade?“ Sie spielt damit auf den Fall eines Pokerspielers an, der jahrelang mit Blei versetzte Schokolinsen gegessen hat und daran gestorben ist.

Das Wasser, das der Komiker getrunken hat, trägt den Namen „Innoko“, nach dem „Innoko River“ in Alaska.

Naratriptan ist ein Serotonin-Rezeptor-Agonist aus der Gruppe der Triptane und wird als Arzneistoff in der Akuttherapie der Migräne und in der Vorbeugung gegen Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt. Naratriptan wurde von GlaxoSmithKline entwickelt und ist in der aktuellen Dosierung das schwächste Triptan. Entsprechend sollen Präparate mit Naratriptan im Vergleich zu anderen Triptanen die geringsten Nebenwirkungen haben.
Naratriptan war vor Almotriptan im europäischen Raum der einzige Stoff aus der Gruppe der Triptane, der in kleiner Packungsgröße (bis zu 2 Tabletten zu 2,5 mg) nicht mehr der ärztlichen Verschreibungspflicht unterlag. Mehrere nicht verschreibungspflichtige OTC-Arzneimittel werden von verschiedenen Unternehmen vertrieben. Die verschreibungspflichtigen Packungsgrößen (mehr als 2 Tabletten) werden in Deutschland von Schwarz Pharma vertrieben.
Der Wirkungseintritt erfolgt bereits innerhalb einer Stunde und erreicht sein Maximum nach spätestens 4 Stunden. Im Allgemeinen lassen die Kopfschmerzen dementsprechend schon nach einer Stunde spürbar nach. Maximale Plasmaspiegel werden innerhalb von 2 bis 3 Stunden erreicht, was jedoch nicht in Verbindung mit dem Wirkungseintritt steht.[1]

Der exotische Kaffee, der in dieser Geschichte eine Rolle spielt, heißt „Kopi Luwak“. Dieser Name und „Coffee Alamid“ sind Bezeichnungen für eine spezielle Kaffeesorte, salopp „Katzenkaffee“ genannt, welche ursprünglich aus Exkrementen von in freier Wildbahn lebenden Fleckenmusangs hergestellt wurde. Varianten findet man in Osttimor (kopi laku) sowie in Vietnam (Cà phê cứt chồn [Ca Phe Chon], fox-dung coffee / weasel coffee [Wieselkaffee]).
Der Markenname Kopi Luwak stammt aus Indonesien von den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi. Auf den Philippinen, in den Bergen von Südmindanao geerntet, wird er unter Coffee Alamid / Philippine Civet Coffee vertrieben; eine Mischung aus Arabica-, Liberica– und Excelsa-Bohnen. Es werden damit ausschließlich die Rohkaffeebohnen bezeichnet (genau genommen die reifen Kaffeekirschen), die von einer bestimmten Schleichkatzenart gefressen und wieder ausgeschieden werden. „Kopi“ ist das indonesische Wort für Kaffee. „Musang luwak“ (örtlich „Musang pandan“) ist die indonesische Bezeichnung für den beteiligten wilden Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus, mit der Unterart P. hermaphroditus philippinensis in Südmindanao), aus der Gattung der Musangs stammend. In Vietnam heißt die Schleichkatze cầy hương auch chồn hương. Sie ist für seine Entstehung unerlässlich.
Echter Kopi Luwak ist auch in Indonesien und auf Mindanao nicht einfach zu bekommen. Die echten Bohnen kann nur ein Spezialist unter dem Mikroskop oder mit dem Aromaprofil einer gaschromatografischen Analyse erkennen. Die Qualität dieses Kaffees ist nicht gleichbleibend, sondern hängt von der Art der gefressenen Kaffeebohne ab, sowie von der Zeit, die sie auf dem Waldboden gelegen hat und vom Niederschlag. Ebenso beeinflusst die Trocknung die Qualität erheblich. In den Ländern selber gilt er nicht so sehr als Spezialität.
Schon Alfred Brehm hat 1883 Kopi Luwak beschrieben. Der Exkremente-Kaffee wurde von der einheimischen Bevölkerung gesammelt und getrunken, da der damals sehr wertvolle und mühsam angebaute Plantagenkaffee ausschließlich für Kolonialisten und deren Export bestimmt war.
Der wieselähnliche Baumbewohner ist vorwiegend nachtaktiv. Neben den Früchten der Kaffeepflanze ernährt er sich von anderen Früchten, gelegentlich von Kleinstsäugern und -reptilien, Eiern, frisch geschlüpften Küken und Insekten. Von den Kaffeefrüchten kann er aber nur das Fruchtfleisch verdauen, die Bohnen werden wieder ausgeschieden. Das Exkret wird von den Einheimischen eingesammelt. Dabei hilft dem Kundigen, dass die Schleichkatzen immer wieder an der gleichen Stelle ihr „Katzenklo“ aufsuchen. Die Bohnen werden gewaschen und leicht geröstet. Im Darm dieses Tieres sind die Kaffeekirschen einer Nassfermentation durch Enzyme ausgesetzt, welche die Geschmackseigenschaften ändert: es entsteht ein dunkles und volles, aber auch etwas „muffiges“ Aroma; der britische Schauspieler John Cleese beschreibt den Geschmack als „erdig, modrig, mild, sirupgleich, gehaltvoll und mit Untertönen von Dschungel und Schokolade“.
Eine Untersuchung des kanadischen Lebensmittelchemikers Massimo Marcone von der University of Guelph in der Provinz Ontario zeigte winzige „Krater“ auf der Oberfläche der Kopi-Luwak-Bohnen, die bei herkömmlichen Kaffeebohnen fehlen. Er vermutet darin Spuren, die von den Verdauungssekreten der Schleichkatzen herrühren. Außerdem waren die in den Kaffeebohnen gespeicherten Proteine durch Verdauungsenzyme zum Teil ganz abgebaut, zum Teil in kleinere Moleküle gespalten, die dann beim Rösten der Bohnen Aroma und Geschmack mitbestimmen. Diese Fermentierung der Rohkaffeebohnen ist von der nassen Aufbereitung („washing“) mit Milchsäurebakterien bereits bekannt. Im Unterschied zu trocken aufbereiteten Kaffees zeigen nass aufbereitete weniger Säure und nach der Röstung mehr Aldehyde (2-/3-Methylbutanal, Acetaldehyd) im Aroma.
Marcone vergleicht Kopi Luwak deshalb mit Sorten wie Jamaican Blue Mountain oder Peaberry aus Tansania. Jedoch auch von der äthiopischen Zibetkatze verdaute Kaffeebohnen weisen ähnliche Charakteristiken wie Kopi Luwak aus, und Marcone fand auch den Geschmack sehr ähnlich.
 Ein Kilogramm der ungerösteten Bohnen kostet direkt bei den Erzeugern, z.B. einer Genossenschaft des Stammes der Blaa’n am Vulkan Matutum (Südmindanao, Philippinen) unter 50 Euro; In der Provinzhauptstadt Medan (Nordsumatra) ist ein Kilogramm ungerösteter Kopi Luwak ab ca. 40 Euro, geröstet für ca. 75 Euro erhältlich. In Europa wird der Rohkaffee für ca. 100,- Euro im Großhandel und die gerösteten Bohnen ab 220,- Euro / Kilogramm im Einzelhandel angeboten (Stand: 2012). [1]

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Ein Teil des obigen Textes stammt aus folgenden Wikipedia-Artikeln, welche gemäß CC-BY-SA lizensiert wurden:
[1] Artikel „Naratriptan“. Die vollständige Liste der Autoren findet sich hier
[2] Artikel „Kopi Luwak“. Die vollständige Liste der Autoren findet sich hier

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